Wüstenagamen
(trapelus mutabilis)
 

 

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Die Wüstenagame, wie sie umgangssprachlich genannt wird, ist eine mittelgroße Agamenart. Die meisten Tiere, die man auf Börsen unter diesem Namen kaufen kann, gehören der Gattung Trapelus an. Es gibt rund 15 Arten, deren Verbreitungsgebiet sich von Nordwestafrika entlang der Sahara , über Arabien, bis hinein nach Südwest- und Zentralasien erstreckt. Die genaue Bestimmung der Art fällt aufgrund der Ähnlichkeiten sehr schwer. Unser Fridolin soll aus Afrika stammen. Die in Nordafrika heimischen Arten lassen sich weitestgehend auf vier beschränken: Trapelus mutabilis (mit dem größten Verbreitungsgebiet, in ganz Nordafrika), Trapelus pallidus, Trapelus savignii (beide nur aus Ägypten bekannt) und Trapelus tournevillei (Algerien und Tunesien). Um eines der drei ersten Arten handelt es sich auch bei unserem Tier. Eine genauere Bestimmung werden wir in nächster Zeit vornehmen, wenn wir mehr Infos zu der Unterscheidung dieser Arten gesammelt haben. Aus diesem Grund werden wir im Folgenden weiter von der Wüstenagame sprechen.
 

Die Wüstenagamen besiedeln in erster Linie offene, wenig Deckung liefernde Wüsten und Halbwüsten. Sie sind tagaktiv und bevorzugen Gebiete mit hoher Lichtintensität, was für die Haltung im Terrarium sehr wichtig ist, da man die geeigneten Lichtquellen zur Verfügung stellen muss. (HQI, HCI, T5-Leuchten) Die Temperaturen können von 0°C im Winter bis auf 40°C im Sommer, je nach Verbreitungsgebiet schwanken. Der Kopf ist je nach Art entweder breit wie lang oder etwas länger wie breit. Auch die Beschuppung ist verschieden. Meist stechen jedoch auf dem Rücken größere gekielte Schuppen heraus. Die Wüstenagame wird im Schnitt ca. 20 cm groß, wobei je nach Art der Schwanz etwas länger als die Kopf-Rumpflänge sein kann. Die Färbung ist verschieden und kann mehr oder weniger ausgeprägt sein. Bei hohen Temperaturen nehmen die Tiere eine recht helle Färbung an. Man kann Querstreifen auf dem Rücken erkennen, die jedoch unterschiedlich geformt sein können.
 

Männchen haben vermehrt präanale Poren und verdickte Hemipenistaschen am Schwanzansatz. Bei Aufregung und während der Paarungszeit färben die Männchen ihren "Bart" und die Flanken des Körpers in ein schillerndes Blau bzw. Lila. Die Weibchen färben je nach Art ihre Querstreifen auf dem Rücken orange bzw. rotbraun.
 
Ein erwachsenes Paar sollte wenigsten 0,5 Quadratmeter im Terrarium zur Verfügung haben. Am besten ist aber wie immer größer. Wir sehen schon an unserm Fridolin, dass dieser Platz selbst für ein einzelnes Tier nicht ausreicht. Die Lufttemperatur sollte je nach Art und Jahreszeit zwischen 30 und 35°C liegen. Wobei durch einen oder mehrere Wärmespots auch Punkte auf bis zu 45-50°C aufgewärmt werden müssen. Nachts sollten die Temperaturen, wie in der Wüste üblich merklich absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber nicht über 30% steigen. 3-4 mal in der Woche sollte man abends mit Wasser bespritzen.   


Ernähren tun sich die Wüstenagamen von Insekten, wie Heuschrecken, Grillen, Käfern, Schaben und Würmern. Unser Fridolin frisst am liebsten Mehlwürmer, welche aber aufgrund ihres Fettgehaltes, wie auch bei Bartagamen nur als Snack oder "Leckerchen" für Zwischendurch gegeben werden sollten. Vereinzelt fressen die Tiere auch Grünfutter, wie Blüten, Kräuter und Salat, dies sollte man einfach ausprobieren. Wie bei fast allen Terrarientieren sollte man 1-2 Fastentage einhalten, da die Tiere sich sich nicht so viel bewegen, wie in der freien Natur. Unsere ausgewachsenen Tiere bekommen deshalb nur noch alle 2 Tage Insekten zu fressen. Grünfutter bieten wir, trotzdem es nicht oft angenommen wird, täglich an.
 


Das bisher von uns beobachtete Verhalten ist genau wie bei den Bartagamen sehr komplex und interessant. Unser Fridolin wird mit der Zeit immer gelassener, wenn die Hand des Menschen in seine Nähe kommt. Er scheint auch schon den Zusammenhang zwischen der Hand und Fressen erkannt zu haben. Bei Berührung oder schnellen Bewegungen flüchtet er jedoch blitzschnell um dann wie erstarrt flach auf dem Boden liegen zu bleiben. Wenn er sich weiter bedroht fühlt, richtet er seine Kehlfalte auf (nicht wie bei Bartagamen quer, sondern in Längsrichtung, wie bei einem Hahn), färbt sie bläulich und stellt sich mit durchgesteckten Gliedmaßen und schräger Körperhaltung vor einem auf und versucht sofort zu beißen. Auch das von den Bartagamen bekannte Kopfnicken bzw. die "Liegestütze" konnten wir schon beobachten. Jeden Abend kurz bevor das letzte Licht ausgeht, sucht er seinen Schlafplatz auf und "rüttelt" sich in die Ecke des Terrariums. Am Morgen dann sucht er wie die Bartagamen zuerst die Wärmespots auf.