Terrarienanbau
(Teil 1)
 

Das alte Terrarium (160x80x75cm) soll um einen Anbau aus Styropor (140x80x80cm) auf 300x80x80 cm vergrößert werden.

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Die Ausgangssituation kennt wahrscheinlich jeder der seine Tiere schon eine Weile pflegt: Das Terrarium kann einfach nicht groß genug sein und wenn man ein größeres gebaut hat, dauert es meist nicht lange und auch dieses erscheint zu klein. Um nicht jedes Mal ein neues noch größeres Terrarium bauen zu müssen, dokumentiere ich in dieser Anleitung, wie ihr recht einfach an euer altes Terra einen neuen Teil anbauen könnt.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

- das Terrarium wächst mit seinen Bewohnern und deren Anzahl
- kein kostspieliger Neubau nötig
- das alte Terra wird weiter verwendet
- man kann das Ganze bei einem Umzug einfach auseinanderbauen und  - 
  transportieren (wenn die einzelnen Teile durch die Tür etc. passen)

Nachdem man die Planung des Terrariums (Maße) abgeschlossen hat, werden Decken-, Boden- und Frontplatte im Baumarkt aus 16mm starken beschichteten Spanplatten zurechtgesägt. Mit den restlichen oben aufgeführten Materialien kann man nun mit dem Bau beginnen.

     

Als erstes wird die Wand, welche später an dem vorhandenen Terrarium angrenzt und ebenfalls aus einer 16mm Spanplatte besteht, mit Holzleim an die Bodenplatte geleimt und mit Schrauben verschraubt. Als nächstes werden die Rück- und Seitenwände, welche aus 5cm starken Styroporplatten bestehen, mit Montagekleber auf die Bodenplatte aufgeklebt. Man sollte darauf achten, dass dies möglichst gerade geschieht. Der Perfektionist würde also eine Wasserwaage benutzen. Die gewünschten Maße lassen sich sehr leicht mit einer Handsäge (Fuchsschwanz) zurechtsägen. Um Maße über 50 cm zu erreichen kann man entweder die Styroporplatten (100x50 cm) senkrecht aufstellen und auf die gewünschte Höhe kürzen oder wagerecht aufstellen und eine zweite Ebene darauf montieren (wie auf dem Foto unten rechts). Damit der Kleber etwas unter Spannung austrocknen kann, habe ich einfach die Deckenplatte draufgelegt. (Vorsicht ist dabei geboten, da ja das Gebilde noch nicht stabil verklebt ist, eventuell mit der Wasserwaage nachkontrollieren)

     

Nachdem alles gut ausgehärtet ist, geht es an den kreativen Teil. Um Felsen nachzubauen, werden wieder einfach mehrere Styroporplatten übereinander geklebt. Diese ordnet man nur grob an, wie man sich den Felsenaufbau vorstellt (siehe Fotos). Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt euch jedoch auch an diesem Beispiel oder unseren anderen Terrarien orientieren. Ansonsten schaut einfach mal nach Steinformationen in der Natur oder googelt nach Naturbildern aus Regionen in denen eure Tiere heimisch sind. Man sollte dabei immer den praktischen Hintergedanken haben: Wo möchte ich später eventuell Baumstämme auflegen oder Steine für einen Sonnenplatz platzieren…

Wenn man dies bei der Gestaltung der Rückwand mit berücksichtigt, kann man sich später viel Dekomaterial sparen. Auf dem Boden z.B. kann man eine Styroporplatte mittig positionieren und verkleben, damit man später nicht soviel Sand und damit Gewicht braucht. Unsere Tiere buddeln sowieso nie in der Mitte also braucht dort auch nicht so tiefer Bodengrund zu sein…

Die groben Strukturen werden nun in felsenähnliche Form gebracht. Dazu nimmt man am besten eine Säge (Fuchsschwanz) und sägt sich die gewünschten Strukturen zu Recht. Am Ende beklebt man die Rückwände noch mit einzelnen Stücken, die man aus den Styroporresten formt. Diese geben der Wand dann noch den letzten dreidimensionalen Eindruck.

Kleine Feinheiten kann man dann mit Säge, Schraubenzieher und Co. in die Oberfläche kratzen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass man damit eine riesen Sauerei veranstaltet, da die Styroporkügelchen überall kleben bleiben.

           

Wenn die Styroporoberfläche soweit fertig bearbeitet ist, wird die erste Schicht Flex-Fliesenkleber aufgetragen. Dazu wird ein viertel bis halber Eimer angemischt. Der Fliesenkleber aus dem Baumarkt (meist 25 kg Säcke) wird in den Eimer gegeben. ungefähr ein Viertel voll. Dann wird nach und nach Wasser dazugekippt und mit einem speziellen Misch-Aufsatz (Zementmischer oder so) für die Bohrmaschine bzw. Akkuschrauber vermischt bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die erste Schicht kann dabei ruhig etwas dünner sein, die folgenden Schichten sollten eine cremig bis zähe Konsistenz haben.

Der Fliesenkleber wird nun mit einem großen Pinsel auf die gesamte Styroporfläche aufgetragen. Am besten eignet sich hierzu ein gebogener Pinsel der normalerweise für Heizkörper genutzt wird. Dieser sollte ruhig sehr groß sein, dass verkürzt die Bearbeitungszeit. Der dabei entstehende Dreck durch “Kleckerreste“ lässt sich im Nachhinein noch entfernen, da braucht man keine Rücksicht zu nehmen.

        

2-3 Schichten sollten im Normalfall reichen (1 Tag muss dazwischen jeweils zum trocknen eingeplant werden). Man kann auch selber die Stabilität testen und ggf. noch eine Schicht aufbringen. Dann lässt man das Ganze gut austrocknen. Am besten 2-3 Tage bevor es mit der Bearbeitung weitergeht. Wer das Terrarium später nicht mit Leim und Sand versiegeln will, der mischt in die letzte Schicht einfach eine halbe Tube herkömmlicher Abtönfarbe (z.B. terracotta) bei. Damit bekommt die Wand ihre farbige und steinige Optik.

  

 

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